Hat die Ernährung der Mutter Einfluss auf die Größe des Neugeborenen?

Hat die Ernährung der Mutter Einfluss auf die Größe des Neugeborenen?

In Deutschland liegt das durchschnittliche Geburtsgewicht eines Babys zwischen 3000 und 4000 Gramm. Liegt das Gewicht Deines Babys bei der Geburt in diesem Bereich, hat es aus medizinischer Sicht die besten Voraussetzungen für eine gesunde Entwicklung. Doch besteht zwischen dem Geburtsgewicht eines Babys und der späteren Entwicklung wirklich ein konkreter Zusammenhang? Und welchen Einfluss besitzen werdende Mütter auf das Geburtsgewicht ihres Kindes? Spielen dabei ein gesunder Lebensstil und die richtige Ernährung eine wichtige Rolle?

Welche Rolle spielt das Geburtsgewicht bei der Entwicklung

Forscher sehen verschiedene Zusammenhänge zwischen dem Geburtsgewicht eines Neugeborenen und der späteren Entwicklung. In einer amerikanischen Studie wurden zum Beispiel mehrere gesunde Kinder untersucht, welche mit ihrem überdurchschnittlich hohem Geburtsgewicht auffielen. Dabei wurde festgestellt, dass ihr Gehirn ein größeres Volumen sowie eine größere Oberfläche besitzt. Hinweise auf eine bessere Gehirnleistung konnten in dieser Studie jedoch nicht festgestellt werden. Negative Auswirkungen eines größeren Gehirns jedoch ebenfalls nicht.

Andere Studien belegen jedoch einen weiteren Zusammenhang zwischen erhöhtem Geburtsgewicht und Entwicklung, welcher als gesundheitlicher Risikofaktor bewertet wird. Beträgt das Gewicht eines Babys bei der Geburt mehr als 4000 Gramm, kann die Entwicklung des Kindes bis ins Erwachsenenalter negativ beeinflusst werden. Das Risiko, dass ein Neugeborenes mit erhöhtem Geburtsgewicht später an Übergewicht leidet, ist doppelt so hoch wie bei einem normalgewichtigen Säugling.

Wie können Schwangere das Geburtsgewicht beeinflussen?

Hat die Ernährung der Mutter Einfluss auf die Größe des Neugeborenen?

Foto: Eine Schwangere hält eine Schale mit Broccoli.

Die Schwangerschaft solltest Du als wichtigen „Weichensteller“ für Gesundheit und Entwicklung deines Kindes sehen. Mit einem gesunden Lebensstil und der richtigen Ernährung kannst Du dabei großen Einfluss gewinnen.

Übergewicht und seine Folgen

Ignorierst Du als werdende Mutter zum Beispiel ständig Dein Sättigungsgefühl, kann es beim Fötus zu einer sogenannten Fehlprogrammierung der Botenstoffe kommen. Dabei erhält das Gehirn Fehlinformationen, das Geburtsgewicht steigt und die Entwicklung des Kindes im späteren Leben wird gestört. Dabei steigt auch das Risiko an Übergewicht oder Diabetes zu erkranken.

Schwangerschaftsdiabetes und seine Folgen

Da auch Schwangerschaftsdiabetes negativen Einfluss auf die Entwicklung Deines ungeborenen Kindes haben kann, solltest Du bei der Schwangerschaftsvorsorge überprüfen lassen, ob Du möglicherweise an einer Form von Diabetes leidest. Schwangerschaftsdiabetes fördert ein überdurchschnittlich hohes Geburtsgewicht und somit auch verschiedene Risikofaktoren.

Untergewicht und seine Folgen

Neben Übergewicht in der Schwangerschaft kann aber auch Untergewicht schwere Folgen auf die Entwicklung des Babys haben. Radikale Diäten während der Schwangerschaft stellen ein hohes Risiko dar. Das stetige Hungern führt nicht nur zu einem geringen Geburtsgewicht, sondern auch zu einer Unterversorgung mit wichtigen Nährstoffen. In diesem Fall wird die Entwicklung des Fötus bereits während der Schwangerschaft gestört. Folglich steigt das Risiko dass das Baby später an Wuchsstörungen, Hirnschäden, Übergewicht im Erwachsenenalter, Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes und Depressionen leidet. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung während der Schwangerschaft spielt also ebenfalls eine wichtige Rolle und sollte von Dir als werdende Mutter sehr ernst genommen werden. Die optimale Versorgung mit allen wichtigen Nährstoffen stellt bereits in den ersten Schwangerschaftsmonaten die Weichen für die spätere Entwicklung deines Kindes.

Fazit

Wie Du in den oberen Abschnitten sicherlich schnell erkannt hast, spielt die richtige Ernährung während der Schwangerschaft eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung Deines Kindes. Übergewicht und Schwangerschaftsdiabetes gelten als Risikofaktoren und sollten daher unbedingt vermieden werden. Untergewicht bei werdenden Müttern sollte jedoch ebenfalls nicht unterschätzt werden.

Generell solltest Du während der Schwangerschaft nicht für zwei essen, sondern besser. Neben einer ausgewogenen Ernährung kann auch regelmäßige körperliche Bewegung Einfluss auf das Geburtsgewicht deines Kindes nehmen. Zudem solltest Du Deinen Körper ausreichend mit Flüssigkeit versorgen. Besonders wichtig ist, dass Du während der gesamten Schwangerschaft auf Dich achtest und somit die Weichen für die spätere Entwicklung deines Kindes stellst. Außerdem kannst auch Du selbst von den positiven Nebeneffekten eines gesunden Lebensstils profitieren.

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