Wo entbinde ich mein Kind?

Wo entbinde ich mein Kind?

Alternative Geburtsorte im Überblick

Eine Schwangerschaft ist etwas aufregendes. Nur noch 9 Monate und Ihr werdet Eltern sein! Doch bei all der Aufregung und Fragen wie: Wo entbinde ich mein Kind? Wie sollen wir das Zimmer einrichten? Wird es ein Junge oder ein Mädchen? Welchen Namen sollen wir unserem Kind geben? Wird auch alles gut gehen bei der Schwangerschaft?

Dabei solltet Ihr nicht vergessen auch die Geburt zu planen. Denn die ist, logischerweise, ein essentieller Bestandteil. Schon zu Beginn der Schwangerschaft solltet Ihr Euch nicht nur die Frage stellen, wie euer Kind auf die Welt kommen soll (Wassergeburt oder eine hängende Geburt oder doch auf klassische Weise im Bett?), sondern auch wo. Es gibt mittlerweile mehrere Möglichkeiten, wo Du Dein Kind auf die Welt bringen kannst. Wir wollen sie euch hier kurz einmal vorstellen. Komplett mit Vor- und Nachteilen, sowie einer Zusammenfassung für wen der jeweilige Geburtsort geeignet ist.

Die Geburt in der Klinik

Wo entbinde ich mein Kind?

Foto: Diese Mutter hält ihr Kind nach der Entbindung glücklich in ihren Armen.

Die meisten Kinder werden heute in der Klinik geboren. Anmelden solltest Du Dich ab der 20. Schwangerschaftswoche. Die meisten Kliniken bieten einen Rundgang durch die Entbindungsstation an. Dieses Angebot solltet Ihr auf jeden Fall gemeinsam wahrnehmen. Denn nur so findet Ihr heraus, ob Ihr Euch in dem Krankenhaus auch wohlfühlt und Du, als Mutter, hier auch Dein Kind zur Welt bringen möchtest. Fragt auch nach Partnerzimmern, in denen der Vater die ersten Tage mitwohnen kann. Erkundigt euch auch, ob die Zimmer ein eigenes Bad haben oder es ein Gemeinschaftsbad auf dem Gang gibt. Wenn das der Fall ist, fragt nach, mit wie vielen Frauen das Bad genutzt wird.

Vorteile der Klinikgeburt

Die Geburt steht unter der Aufsicht von einem Arzt, der im Notfall einen Kaiserschnitt veranlassen oder die Saugglocke zur Hand nehmen kann. Auch in den nächsten Tagen ist die medizinische Versorgung von Mutter und Kind gesichert. Während der Geburt kann Periduralanästhesie eingesetzt werden und ein CTG gehört zur Standardausstattung.

Nachteile der Klinikgeburt

Die Hebammen arbeiten meistens im Schichtsystem, das heißt, es kann passieren, dass während der Geburt die Hebamme wechselt. Das ist zwar nicht immer schlecht, aber wenn die Chemie zwischen Amme und Mutter nicht stimmt, ist das benötigte Vertrauensverhältnis nicht vorhanden.

Für wen ist die Klinikgeburt geeignet?

  • Wenn Du von Anfang an eine Risikoschwangerschaft hast, dann führt kein Weg an der Klinik vorbei. Die Gefahr, dass es zu Komplikationen bei einer Hausgeburt oder im Geburtshaus ist einfach zu groß. Niemand will, dass dem Kind etwas passiert.
  • Wenn die Wehen sehr früh einsetzen.
  • Wenn Du medizinische Versorgung gesichert haben willst.
  • Wenn Du Mehrlinge erwartest.

Das Geburtshaus

Geburtshäuser haben es sich zur Aufgabe gemacht Paare und Schwangere umfassend während Schwangerschaft, Geburt und in der ersten Zeit mit dem Säugling zu begleiten. Sie sind von Hebammen geführt und grenzen sich durch ihre Eins-zu-Eins-Betreuung von Krankenhäusern ab. Vor der Geburt solltet Ihr Euch mehre Geburtshäuser anschauen, da sie sich teilweise sehr in ihren Konzepten unterscheiden können und stellt so viele Fragen wie Ihr könnt! Nur so könnt Ihr Euch sicher sein, dass es auch euer Wunschhaus ist. Habt Ihr es gefunden meldet euch frühzeitig an, damit Ihr und Eure Hebamme Zeit habt euch kennen zu lernen.

Vorteile des Geburtshauses

Es handelt sich um eine ambulante Geburt, das heißt Mutter und Kind können ein paar Stunden nach der Geburt schon wieder nach Hause.
Durch die Eins-zu-Eins-Betreuung entsteht eine enge Vertrauensbasis, die wichtig für eine reibungslose Geburt ist.
Die Geburt erfolgt selbstbestimmt.
Geburtshäuser sind in der Regel auch für Notfälle gut ausgestattet.

Nachteile des Geburtshauses

Die Entbindung ist zwar kostenlos, aber eventuell fallen Kosten an, für verbrauchte Materialien oder wenn doch ein längerer Aufenthalt ansteht.
Sollte ein Notfall eintreten, muss damit gerechnet, dass auf der Fahrt zum Krankenhaus wertvolle Minuten verloren gehen.

Für wen ist das Geburtshaus geeignet?

  • Wenn Du als Mutter auf schulmedizinische Schmerzbehandlung (PDA) verzichten kannst.
  • Wenn Du keine Risikoschwangerschaft hast und die Schwangerschaft komplikationslos verläuft.
  • Wenn Du Bedenken hast zu Hause zu entbinden, weil Nachbarn ein Schreien hören könnten.

Die Hausgeburt

Diese Art der Geburt wird immer populärer. Die Idee dahinter ist, das Du in Deiner gewohnten Umgebung entspannt bist und deshalb die Geburt einfach vonstatten geht. Wenn man sich für diese Form der Geburt entscheidet, dann sollte man gut überlegen wie eventuell ältere Geschwisterchen auf die Geburt reagieren und wie viel sie mitbekommen sollen bzw. können. Vor allem sollte man sich aber auch frühzeitig, ca. ab der 10. Schwangerschaftswoche, um eine Hebamme kümmern.

Die Vorteile der Hausgeburt

Die familiäre Umgebung bietet ein sicheres und geborgenes Gefühl.
Ihr müsst keine weiten Wege zum Krankenhaus auf euch nehmen.
Durch die enge Beziehung zu eurer Hebamme, ist die Versorgung und Betreuung gesichert und Ihr wisst eine Expertin an der Seite, die Euch umfassend betreut.

Die Nachteile der Hausgeburt

Es gibt keine PDA und keinen CTG.
Im Notfall muss damit gerechnet werden, dass auf der Fahrt ins Krankenhaus wertvolle Minuten verloren gehen.

Für wen ist die Hausgeburt geeignet?

  • Wenn Du ohne Schulmedizin, also PDA, auskommst.
  • Wenn Du kein Problem mit der Bereitschaftspauschale vieler Hebammen hast.
  • Wenn Du keine Risikoschwangerschaft hast und das Kind richtig liegt.

Die ambulante Geburt

Bei der ambulanten Geburt bringst Du Dein Baby ganz normal im Kreißsaal zur Welt. Aber nach ein paar Stunden können Du und Dein Nachwuchs schon wieder nach Hause in die vertraute Umgebung. Voraussetzung ist natürlich das es euch beiden gut geht und alle gesund sind. Eine Hebamme, die Ihr Euch vorher ausgesucht habt, steht euch dann in der folgenden Zeit zur Verfügung und steht euch mit Rat und Tat zur Seite. Allerdings müsst Ihr Euch dann um die U2, die normalerweise im Krankenhaus zwischen dem dritten und zehnten Lebenstag durchgeführt wird, beim Kinderarzt eures Vertrauens selbst kümmern. Auf jeden Fall muss die ambulante Geburt auch gut mit dem Partner abgesprochen werden.

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